office@seeberghof.at


21.10.2011, kleine zeitung

3 Lokale holten eine zweite Haube

Zum "Steirereck" am Pogusch und zum "Johanns" in Bruck kommen jetzt noch der Seeberghof in Turnau und - wieder - der Hubinger in Etmißl. Lurgbauer und Krainer haben weiterhin eine Haube.

Der Brucker Paradekoch Mike Johann freut sich sehr über seine 16 Punkte - einen mehr als im Vorjahr: "Das Vorzimmer zu den drei Hauben ist erreicht", strahlt er. Mit der jüngsten Bewertung im Gastronomieführer "Gault Millau" gehört er jetzt zu den sechs besten Lokalen der Steiermark. Was ihn besonders freut, ist, dass er dieses hohe Niveau ausschließlich mit Lehrlingen erkocht hat: "Das zeigt, dass in dieser Region etwas machbar ist mit jungen Leuten."

Götz Schüle, Küchenchef im Seeberghof, wusste gestern Vormittag noch gar nichts vom 15. Punkt und der zweiten Haube: "Super, ich freue mich", meinte er in einer ersten Reaktion. Warum er eine zweite Haube geholt hat, kann er aber nicht sagen: "Da sind viele Kleinigkeiten, und wie man sie bekommt, ist sie oft auch wieder weg." An seinem Konzept will er nichts ändern - und auch nicht an den Preisen: "Wir haben sehr viele Stammgäste, die wollen wir ja weiterhin halten."

Johann Wöls, Küchenchef des "Hubinger", kann belegen, wie leicht es auf und ab geht mit den Hauben: "Seit ich dabei bin, hatte ich elf Jahre eine und acht Jahre zwei Hauben, jetzt sind es wieder zwei, und das freut mich sehr." Woran es liegt, dass er den 15. Punkt zurückgeholt hat, kann auch er nicht sagen: "Das sind oft nur Nuancen, die entscheiden." Eines betont er auch noch: "Das ist nicht nur mein Erfolg, sondern der Erfolg unseres guten Teams."

Mit 15 Punkten erkochte Hubert Holzer in Neuberg eine zweite Haube - und freut sich sehr darüber. Die erste Haube erhielt Holzer 1991: "Wir versuchen, eine gute regionale, bodenständige Küche zu bieten." Die Natur der Umgebung - unter anderem Wildkräuter - fließt in die Speisengestaltung ein. Stolz ist Holzer auf die konstant gute Bewertung, die sein Haus in den letzten Jahren bekam: "Es ist keine Kunst, einmal gut zu kochen, sondern es über Jahre zu tun."

Mit 16 Punkten und zwei Hauben hat das "Steirereck" auf dem Pogusch seine Punkte und die beiden Hauben behalten. Auch der "Lurgbauer" in St. Sebastian und das Restaurant Krainer in Langenwang beeindruckten durch konstante Leistung und konnten mit jeweils 14 Punkten ihre Haube souverän verteidigen.

MICHAELA AUER, FRANZ POTOTSCHNIG

 
 
Freizeit Kurier, 29.01.2005
Salz & Pfeffer
Seeberghof
Fades Wochenende. Sagt die Mama zum Papa, geh, fahren wir doch über Kapfenberg nach Mariazell, Super-Idee, los geht’s, und dann hat der Bub schon wieder Hunger.
Ortsschild Seewiesen, Restaurant Seeberghof, also Würstel mit Saft, und weiter. Doch plötzlich liegt da diese Karte. Duett von der Gänsestopfleber mit Trüffelöl und Pistazien (€ 7,50), Straußensteak
(220 g) auf Rotweinschalotten, mit würziger Butter überbacken und zwei Beilagen (€ 13,90). Frisch, saftig, unerwartet unsteirisch. Der Gaumen tanzt und verlangt nach Zugabe, also nach Rosen vom tete de moines an gerösteten Äpfeln und Himbeeressig (€ 5,90). Seit zwei Jahren überraschen Regina Gottwald und Götz Schüle die Gästeschaft. Und auch Restaurant-Kritiker, die unangemeldet vorbeischneien. So wurde der Seeberghof von den Falstaff-Lesern zum Lieblingsrestaurant erklärt, die Zeitschrift reihte das Lokal auf Platz drei in der Kategorie Newcomer. Und schrieb: „Eine kulinarische Alternative zum Steirereck am Pogusch.“ Dieses Kompliment wurde nur durch die
Aufnahme in den „Michelin Hotel- und Restaurantführer 2005“ übertroffen.
Seeberghof, Seewiesen 45, 8636 Seewiesen, Tel. 03863/8115, www.seeberghof.at, Mi–Mo 8–24 Uhr, Di Ruhetag
Von Harald Schume
 
 
Kleine Zeitung / 31.03.2008
 
Seewiesen, Seeberghof
Einer mit Familienanschluss: Im Mariazellerland wird ideenreich aufgekocht.
Im Seeberghof fühlt man sich gleich zu Hause. Auch, wenn man zum ersten Mal zu Gast ist, wird man von Anfang an wie ein (sehr gern gesehener) Stammgast behandelt. Regina Gottwald, die Chefin des Hauses, managt den Service mit Charme und Schmäh, zeigt jedem gern Babyfotos von Haushund Kia und bringt sonst zackig auf den Tisch, was Hausherr Götz Schüle aus der Küche schickt. Gleich vorweg: Auch da ist viel Herzerwärmendes dabei.
Ein echter Seelenstreichler ist gleich zu Beginn die Hirschkalbsuppe mit Topfennockerl und Portwein (4,50 Euro). Bemerkenswert: (Fast) jedes Gericht kann auch als kleine Portion geordert werden. So hat man mehr Gelegenheit, sich durch die variantenreiche Karte zu essen. Mit Milchschaumhauberl kommt der Capuccino von der Karotte (3,40 Euro) auf den Tisch. Sieht spitze aus, macht Spaß beim Essen, könnte aber eine Spur würziger sein!
Das Tartar vom steirischen Rind (5,90 Euro) begleitet eines der besten Blunzengröstl unter der steirischen Sonne. Das Tartar selbst ist etwas für Kaperntiger und Liebhaber grob gehackter Fleischstücke. Köstlich schmecken die Tortelloni mit Steinpilzfülle (5,90 Euro), wenngleich der Geschmack des Trüffelkäses auch ein bisschen unter der Patronanz des Kräutersaftls leidet. Beim ausgezeichneten "Braterl von der Lachsforelle" (große Portion 11,90 Euro) bettet sich der zottelige Haushund neben den Tisch. Ganz so, als wüsste er, dass die Zeit für das Blättern im Fotoalbum gekommen ist.
Stand: 30 März 208)/BIRGIT PICHLER